Terrarientiere sind wechselwarme Tiere. Ihre Körpertemperatur hängt zu 100 % von der Umgebungstemperatur und der Sonneneinstrahlung ab. Nur wenn diese beiden Faktoren stimmig sind, kann der Stoffwechsel und die Verdauung effektiv arbeiten.
Der wichtigste Faktor für das Wohlergehen der Tiere in einem Terrarium ist das Klima, d.h. die Technik – Beleuchtung und Heizung = Licht und Wärme müssen der jeweiligen Tierart ebenso individuell entsprechen, wie Luftfeuchtigkeit, Substratfeuchtigkeit und die Trinkwasserversorgung. Reptilien nehmen Wasser auch zusätzlich über die Haut auf, Amphibien „trinken“ nur über die Haut.
Da die Einhaltung der Klimabedingungen im Terrarium sehr wichtig ist, sollten gut funktionierende Messgeräte verwendet werden und diese auch regelmäßig abgelesen werden.
Zum Wohlergehen der Tiere gehört auch die richtige Nahrung, wofür man die natürlichen Nahrungsgewohnheiten der Tiere kennen muss:
- Die meisten Terrarientiere sind sogenannte Tierfresser, d.h. sie fressen lebende, ganze Tiere. Da sie auf bestimmte Reize der Beute reagieren, sind sie kaum an Ersatznahrung zu gewöhnen.
- Es gibt aber auch reine Pflanzenfresser. Sie benötigen eine proteinarme Nahrung.
- Und Allesfresser: z.B. Wasserschildkröten
Die häufigsten Terrarien
Wüstenterrarium
z.B. Bartagamen, Geckos, Landschildkröten, Leguane, Schlangen und Vogelspinnen
- Der Boden besteht aus Sand und Steinen (Landschildkröten brauchen keinen Sand als Bodengrund) und es bedarf keiner gleichmäßigen Wärmeverteilung.
- Die Beleuchtung sollte einen hohen UV-Anteil besitzen (wirbellose Tiere, wie Skorpione oder Spinnen benötigen das nicht!).
Regenwaldterrarium
z.B. Chamäleon, Langgecko, Färberfrösche, Schlangen und Kaiserskorpione
- Der Boden wird mit TerraBark oder TerraBasis und einer milden Bodenheizung sowie eventuell mit einem Spotstrahler zum Wärmen ausgestattet.
Zur Einrichtung sollten auch Äste und Korkrinde gehören.
Regenwaldbewohner benötigen keinen extra Wassernapf, da sie ihren Wasserbedarf durch die Luftfeuchtigkeit stillen.
- Die richtige Luftfeuchtigkeit ist ein wichtiger Punkt, der nicht zu kurz kommen darf.
- Die Beleuchtung sollte ein Licht in Vollspektrumqualität sein, mit wenig UV-Licht, je nach Tierart. (Wasserschildkröten benötigen davon etwas mehr.)
Aquaterrarium und Paludarium
z.B. Wasserschildkröten, Strumpfbandnatter, grüner Leguan, Schmuckschildröte
- Der Boden: Große Fläche, aber wenig Höhe, mit einem Landteil und einem Wasserteil.
Wasserteil: Die Wassertiefe sollte etwa Schilkrötenpanzerlänge besitzen und es braucht einen Wasserfilter. Das Wasser bitte wöchentlich zu einem Drittel erneuern!
Landteil: Es muss eine Wärmequelle angebracht sein und ein Heizstab sollte für konstante Temperatur (25 Grad) sorgen.
- Die Beleuchtung muss den Tieren und Pflanzen gleichermaßen gerecht werden. Amphibien bevorzugen gedämpftes Licht, ohne direkte Beleuchtung, Reptilien benötigen eine Kombination aus sichtbarem Licht, UVB-Strahlung und Wärme und Insekten und Wirbellose brauchen in der Regel keine spezielle Beleuchtung.
- Beleuchtungslösungen:
LED-Beleuchtung, Leuchtstoffröhren oder Metalldampflampen
Artgerechte Schlangenhaltung
Schlangen sind sehr empfindliche und sensible Tiere, die sofort mit Krankheit reagieren, wenn sie sich nicht wohl fühlen.
Zum Wohlbefinden einer Schlange gehört:
- Die richtige Größe des Terrariums: Es gibt Mindestanforderungen je nach Größe der Schlange, die vom Bundesamt für fachgerechten Natur- und Artenschutz vorgegeben sind.
Schlangen sind wechselwarme Tiere, die auf eine zusätzliche Wärmezufuhr angewiesen sind. Sie brauchen:
- die richtige Lufttemperatur (zwischen 24 und 28 Grad)
- einen Sonnenplatz für ein Sonnenbad (Wärmelampe oder Wärme Spot mit Schutzgitter)
Für wärmeentwickelnde Leuchten ist ein Schutzkorb zu empfehlen, damit sich die Tiere an der Lampe nicht verbrennen können.
- einen kühleren Platz, den sie in den Häutungsphasen aufsuchen können.
Deshalb sollte nicht im ganzen Terrarium die gleiche Temperatur herrschen.
- eine zusätzliche Licht / Wärmequelle
Schlangen assoziieren Wärme immer mit Licht. Eine reine Bodenheizung ist deshalb zu wenig.
- Kletteräste, kleine Höhlen und ungiftige Pflanzen
Die Tiere lieben es, sich zu verstecken, insbesondere Orte, wo sie sich einkringeln können.
- Große Wasserschalen, flach und standfest, in die die Schlange ganz hineinpasst.
Die Tiere trinken nicht nur aus den Wasserschalen, sondern nehmen auch gerne ein Bad darin.