Das ist Amy, wie wir sie kennen: Stets zur Stelle, übermütig, neugierig, wissbegierig, anhänglich, temperamentvoll, treu, personengebunden, liebenswert und vor allem - etwas ganz Besonderes!
Amy ist eine sogenannte Glückskatze: Tricolorkatzen galten in England aufgrund ihrer Seltenheit lange Zeit als Glücksbringer. Man sagt ihnen laut Wikipedia auch nach, dass sie ein Haus vor Feuer schützen und Segler nahmen häufig eine weiß-schwarz-rote Glückskatze für eine sichere Reise mit auf ihre Schiffe.
In Brehms Tierleben von 1893 steht dazu folgender Eintrag:
„Eine dreifarbige Katze schützt das Haus vor Feuer und anderem Unglück, die Menschen vor dem Fieber, löscht auch das Feuer, wenn man sie in dasselbe wirft und heißt deshalb „Feuerkatze“. Wer sie ertränkt hat kein Glück mehr oder ist sieben Jahre lang unglücklich; wer sie totschlägt hat fernerhin kein Glück…“
Aber Amy ist nicht nur eine Tricolorkatze, sie ist zudem auch eine Schildpatt. Schildpatt ist keine Rasse, sondern eine Bezeichnung, die sich aus dem Farbmuster – Schildpattmuster – ergibt und an einen Schildkrötenpanzer erinnert. Die typische Färbung besteht meistens aus roten/orangenen und schwarzen Fellpartien (oft auch mit blau/cremefarbenem Schildpattmuster) und kommt fast ausschließlich bei weiblichen Katzen vor.
Es gibt sogar eine Legende zum Ursprung der Schildpatt
Sie besagt, dass die Sonne eine Zeit auf der Erde verbringen wollte. Aus diesem Grund bat sie den Mond, ihr zu helfen, damit die Menschen ihre Abwesenheit vom Himmel nicht bemerken würden. Während also unser Satellit die Sternenkönigin verdunkelte, war sie in einer anmutigen schwarzen Katze verkörpert, die unter uns unbemerkt blieb. Aber dann wurde der Mond dieser Aufgabe müde und zog sich vom Himmel zurück, was die Sonne zwang, schnell zurückzukehren und ihren Platz wieder einzunehmen.
Als sie den Körper der Mieze hastig verließ, ließ sie einige ihrer Strahlen auf dem Fell der Katze zurück, was zu einer großen Anzahl von goldenen Farbtönen führte. Dieses besondere Detail im Fell wurde dann an alle Nachkommen der Katze vererbt.
Ich finde das eine ganz, ganz tolle Geschichte!
Die Besonderheit dieser Färbung soll sich nach Studien aber auch im Charakter zeigen und das Zusammenwohnen mit einer solchen Katze stellt ihre Mitbewohner häufig in Sachen Geduld auf die Probe.
Also, dass Schildpatt Katzen besonders und anders als andere Katzen sind, kann ich nur bestätigen und die Beschreibungen treffen durchaus zu:
Amy kam ja eher durch Zufall zu uns. Sie war ein Findelkind und eine Bekannte von mir sollte bei ihrer Vermittlung helfen. Als ich bei dieser zu Besuch war, würdigte Amy mich keines Blickes – ich sah deshalb zunächst keinen Sinn darin, sie aufzunehmen. Als die Vermittlung aber nicht so klappte, holte ich sie dann doch zu mir. Interessanterweise war sie ab dem Zeitpunkt, als sie bei mir aus dem Katzenkorb kroch, total auf mich fixiert und einfach gleich zuhause.
Amy redet gerne und viel und hat einen sehr eindringlichen Blick, mit dem sie Personen fixiert. Sie weiß genau, wann ich nachhause komme und holt mich fast regelmäßig am Auto mit lautem Miaue ab. Die Nachbarn kennen uns schon und es bleiben immer wieder Leute mit einem Lächeln auf dem Gesicht stehen und beobachten uns. Sie ist einfach wirklich sehr speziell – aber was soll ich sagen:
Sie ist halt eine Schildpatt!